Übersicht der SNT-Inhalte

Mediennutzung ist vielfältig und muss »nicht zwangsläufig dick, dumm, abhängig
und gewalttätig« (Pieschl/Porsch, 2014) machen. Problematisch wird
der Umgang mit Neuen Medien immer dann, wenn Nutzer zu wenig über die
Gefahren und Risiken digitaler Kommunikationswege wissen und sich dementsprechend
unzureichend schützen. Selbstreflektiertes Handeln ist gefragt.
Deshalb zielen die zentralen Inhalte des SNT auf präventive Medienkompetenz.


Datenschutz, Privatsphäre und Geschäftsmodelle:
Die Zusammenhänge zwischen mächtigen Online-Anbietern wie Facebook,
Amazon, Google und dem eigenen mobilen Endgerät (und dadurch den persönlichen
Daten) sind selbst für versierte NutzerInnen stellenweise undurchsichtig.
Neben Fotos nächtlicher Eskapaden finden sich auf den Profilen der
Heranwachsenden immer häufiger auch persönliche, allzu intime Informationen.
Die eigene Beliebtheit wird in der Anzahl der »Follower« oder »Likes«
gemessen. Das Augenmerk des ersten Workshops liegt darauf, welchen
Einfluss damit ein einfaches Online-Profil nicht nur auf die zwischenmenschliche
Wahrnehmung hat.


Kommunikation und Gruppendynamik:
Ziel ist hier die intensive Auseinandersetzung mit der Wirkung von Kommunikation
und der daraus entstehenden Gruppendynamik im virtuellen Raum.
Den Jugendlichen wird auf eindringliche, direkte Weise die Wirkung ihrer
Online-Handlungen bewusst gemacht. Die Schärfe der im virtuellen Netz
geäußerten Kommentare sowie die Brisanz verknappter Botschaften werden
mittels pädagogischer Gruppenexperimente zunächst herausgearbeitet. Die
Sensibilisierung der Jugendlichen für die psychischen Gefahren eines
sozialen Netzwerks wird danach über Selbsterfahrungseinheiten und gruppendynamische
Spiele herbeigeführt. Gemeinschaftlich werden Leitfäden
entwickelt, die den Jugendlichen helfen, ein Gespür für die Wirkung ihrer
Handlungen auch im virtuellen Raum zu entwickeln.

Digitale Zivilcourage/(Cyber)-Mobbing:
Zivilcourage ist ein schwindendes Gut: Unzählige Beispiele zeigen, dass
zivilgesellschaftliche Kernkompetenzen auch von vielen Erwachsenen neu
gelernt werden müssen. Solche negativen Vorbilder zeigen deutliche Auswirkungen
auf das Verhalten von Kindern und Jugendlichen. Unterlassene
Hilfeleistung auch im digitalen Raum ist eine ernste Angelegenheit, bei der
Menschen direkt zu Schaden kommen. Tatsächlich zeigt sich, dass die
Jugendlichen im Rahmen der Übungen des dritten Workshops häufig zum
ersten Mal in ihrem Leben Zivilcourage zeigen müssen und sich ihrer Verantwortung
dabei zunächst nicht bewusst sind. Deshalb rundet der dritte Workshop
das SNT ab, indem intensive Übungen zur Zivilcourage im »real life«
sowie im digitalen Raum durchgeführt werden. Es wird verdeutlicht, welche
Verantwortung jeder Einzelne für andere Gruppenmitglieder trägt. Am Ende
des Workshops bilden die Jugendlichen dazu eine Art Mauer, mit der sie
gemeinschaftlich Einzelne aus der Gruppe gegen externe Angreifer schützen.
Dabei wird deutlich, welche Wirkungskraft eine Gruppe auch im positiven
Sinne entwickeln kann – etwas, das viele der Jugendlichen häufig erstmalig
erleben. Die bisherige Evaluation zeigt, dass dieser Schulungstag auch nach
Monaten noch deutliche Wirkung zeigt – sowohl im Hinblick auf die Verhaltensweisen
in der Klassengemeinschaft, aber auch in den digitalen Klassenchats.

Ansprechpartner

Johannes Feser
Büroleitung Ensible e.V.

johannes.feser@ensible.de 
T 02974 30 900 33



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